Thomas, 35, Vater schwul, 2 Kinder
Mit der speziellen Situation, dass ein (Eltern)Partner plötzlich meint, homosexuell sein zu müssen, habe ich wirklich nichts zu tun. Meine Eltern haben sich nur ganz "normal" scheiden lassen und sich noch jahrelang danach bekämpft. Bis zum Tod meines Vaters vor 4 Jahren haben sie es nicht geschafft, entspannt miteinander umzugehen.
Ich sehe keinen richtigen Unterschied zwischen einem hetero- oder homosexuellen "Fremdgehen" und kann nicht begreifen, weshalb ein Mann seine Partnerin und die Beziehung zu seinen Kindern aufgibt oder zumindest riskiert, um fortan Männer zu "lieben".
Jeder Mensch kann sich neu verlieben, während er/sie in einer festen Beziehung lebt- ich weiss wirklich nicht, ob das Geschlecht dabei eine so grosse Rolle spielt. Vielleicht ist es nur einfacher zu rechtfertigen, die Partnerin sitzen zu lassen wegen "etwas", das sie unter gar keinen Umständen geben kann. Ein Mann, der seine Frau (und seine Kinder) wegen einer Jüngeren, bzw. neuem sexuellen Kitzel verlässt, ist laut herrschender Meinung nur ein "Schwein". Vielleicht ist es einfach leichter zu rechtfertigen, ein "Problem" zu sein, und sicherlich wunderbar bequem, von der Frau, die man sitzen lässt, auch noch Verständnis zu bekommen.
Mich belastet die Trennung meiner Eltern bis heute, obgleich sie 30 Jahre zurückliegt, und ich werde meine beiden Kinder (6 und 3 Jahre) sicher nicht einer solchen Belastung aussetzten.
Meine Empfehlung an alle Trennungskinder: bleibt bei euch selbst, lasst euch nicht hineinziehen in die Probleme eurer Eltern- oder versucht es zumindest. Ergreift nicht Partei. Fordert von beiden die Zuwendung, die ihr braucht. Fordert von beiden Verständnis für eure Situation. Lasst euch kein Verständnis für die eine oder andere Seite abnötigen. Bleibt gelassen und bleibt ihr selbst.